Archiv der Kategorie Typografschaft

Haiku.

Dinge, die ich so finde, wenn ich mich auf eine Seminarsitzung vorbereite. Schön.

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Spielkartenfabrik Stralsund

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In jedem Urlaub entdecke ich neue Lieblingsorte, und auch jetzt, an der Ostsee. Das grandiose Fischrestaurant auf der Insel Hiddensee, und die Strandpromenade zwischen Vitte und Kloster. Janny’s Eis in Stralsund, die grandioses Macadamia-Eis und Maracuja-Sorbet machen. Die Bäckerei Junge mit ihren Haselnussbrötchen und dem Büchertauschregal. Der Walfischbrunnen auf dem alten Markt, auf dem bei gutem Wetter vor Vergnügen quietschende Kinder toben. Der Sund (= der Teil des Meeres zwischen Festland und einer Insel), zu jeder Tageszeit. Und die Spielkartenfabrik Stralsund.

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Die ist ein echtes Wunderland, gerade auch für Leute, die unbedingt mal eine Druckerpresse anfassen und auch selbst ausprobieren wollen. Nach Aussage der Betreiber ist die Spiefa mehr Werkstatt als Museum, und dort werden auch wunderschöne Kartenspiele entworfen, hergestellt und verkauft. Kurse gibt es auch und Ferienwerkstätte für Kinder. Wer will, kann sein eigenes Kartenspiel entwerfen und herstellen, oder auch gleich Mitglied werden, wobei man sich je nach Mitgliedschaft verpflichtet, 10 Stunden pro Monat mitzuarbeiten oder einen erhöhten Beitrag zu zahlen.

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Ich liebe diesen Ort. Weil ich gleich selbst ausprobieren durfte. Weil überall angefangene und fertige Werke liegen, und mir die Ideen dutzendweise in die Fingerspitzen schießen. Weil die Lettern so schön sind und die Maschinen und weil es gut riecht. Nach Papier und Farbe und nach dem Holz, aus dem die Balken und gefühlt das ganze Haus sind.

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Was druckt man, wenn man nur einen Satz drucken darf? Ich habe mich für den folgenden entschieden:

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Also, wenn ihr mal in der Nähe seid: Geht hin, fasst an, probiert aus. Kauft ein Kartenspiel – die übrigens auch online bestellbar sind, wie beispielsweise das Spiel “Leg dein Leben”, bei dem man eine Biographie entwirft und gut begründen muss, warum man in die Wildnis auswandert, Pirat wird oder ein Kaufhaus leerkauft. (Siehe auch das Bild unten.)

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Kontrolle. Oder auch nicht.

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Seitdem ich nicht mehr studiere, ist mein Leben viel komplexer geworden, viel voller. Plötzlich ist so viel zu tun, Aufgaben müssen jongliert werden, Termine gefunden. Es fühlt sich für mich manchmal an, als wäre ich nur einen Schritt von irgendeiner Katastrophe entfernt, weil ich bestimmt, ganz sicher etwas ganz grundlegendes vergessen habe. Und dann geht bestimmt die Welt unter. Mindestens.

Natürlich gibt es To-Do-Listen*, Kalender und Wochenpläne, und natürlich helfen die unglaublich – aber irgendein kleiner Dämon flüstert dann eben doch ständig: “Du hast bestimmt etwas vergessen…”

Und dann stolpere ich über das obige Bild, und erinnere mich wieder daran, dass es so etwas wie Kontrolle nur in sehr eingeschränkter Form gibt. Ich kann und muss mich organisieren, ich kann und muss viel arbeiten, und ich kann und muss mein Bestes geben. Dennoch kann eben immer irgendwas passieren. Ein dicker Stau auf der Autobahn, eine Grippe, eine trostbedürftige Freundin oder einfach totale Übermüdung. Und wenn dann einer der Jonglierbälle dann auf den Boden fällt, ist das blöd, und gibt ziemlich wahrscheinlich an irgendeiner Ecke Ärger – aber im Grunde passiert in den allerwenigsten Fällen etwas wirklich katastrophales, existenzbedrohendes.

Vielleicht wäre es eine gute Idee, den Alltag weniger als eine Übung in Kontrolle anzusehen und mehr als eine Spielwiese, auf der man sich ausprobieren kann. Nicht alles und jedes im Voraus planen und beherrschen müssen, sondern neugierig an die Dinge herangehen – trotz und vielleicht auch wegen der Verantwortung, die man für sein Leben (und in manchen Fällen eben auch für das von anderen) hat.

*Ich liebe aktuell Todoist. Die kombinieren ein ziemlich gutes Programm, das auf ungefähr allen Plattformen läuft, mit Gamification. Ein bisschen Belohnung ist eben immer gut.

Quelle: Alle Rechte an diesem Bild liegen bei word boner.

Den Kopf freipusten

 

Osterferien. Und endlich beginnen sie auch, in meinem Kopf anzukommen.

Ich meine, es ist immer noch eine Menge zu tun. Einiges fürs Referendariat, und noch immer Kleinigkeiten in der Wohnung. Aber der Stress verschwindet langsam, ganz langsam, aus meinem Kopf.

Und dann sind da ja auch noch all die wunderbaren Dinge, für die aktuell Raum ist:

Wege ganz gemütlich zu Fuß zu gehen, und dabei den blauen Himmel zu genießen und das Gezwitscher der paar mutigen Vögel, denen es nicht zu kalt ist um zu singen.

Freunde treffen, um schöne Momente zu teilen. Tee trinken, in der Mensa essen, Eier färben, Fernsehen (und von der Sendung überhaupt nichts mitbekommen, weil man nur am Schnattern ist).

Emails an Freunde schreiben, die weiter weg leben, und gleich wieder in die tiefen Gespräche eintauchen, die diese Freundschaften so besonders machen.

Lesen, so lange ich will. Einfach auf dem Sofa liegen und lesen.

Kochen, und sich Zeit dafür nehmen, ohne dass man danach irgendwo anders eilen muss.

Und irgendwie träume ich ja gerade davon, den Liebsten zu schnappen, sich ins Auto zu setzen und irgendwann in den nächsten Tagen mal für einige Stunden ans Meer zu düsen, um den Kopf auch physisch freigepustet zu bekommen.

Das Leben macht viel mehr Spaß, wenn nicht im Hintergrund der Gedanken irgendetwas ständig stressstresssstresssstress schreit, wie ein Tinnitus. Das ist wohl noch zu lernen: Die Dinge nach und nach abarbeiten, ohne sich von der Fülle an Arbeit in Panik versetzen zu lassen. Mit freiem Geist.

Das Bild habe ich bei Pikaland gefunden, das Copyright aber liegt bei Headspace.

Ich kann das nicht…

Ich liebe Worte, Zitate und das Gefühl, das ich habe, wenn jemand anders etwas perfekt formuliert hat, das ich schon lange so fühle. Oder die Sachen, die gerade aktuell sind, für mich auf einen Nenner bringen.

Angeregt von Roboti (mal wieder), die jetzt eine neue Serie namens “Wort des Tages” hat, will ich jetzt öfter montags ein Zitat teilen. Mal selbst illustriert (soweit mir dazu Zeit bleibt), mal von jemandem anders. Für mich ist das dann ein bisschen eine Herausforderung für die kommende Woche, oder vielleicht auch nur der rote Faden, den ich im Lebenswirrwarr zu erkennen glaube.

Heute ist es dieses:

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Nachdem ich Freitag meinen Führerschein geschafft habe, habe ich am Samstag über 300km ein Auto überführt. Meine Fahrstunden hatte ich in einem Diesel, unser neues Auto ist ein Benziner. Es war für mich eine extreme Herausforderung. Ich kann sowas nämlich nicht. Aber aktuell bin ich in einer Phase, wo es vollkommen irrelevant ist, was ich kann und was nicht – ich muss es trotzdem tun. Ein Auto überführen. Mit dem Finanzamt rumdiskutieren. Täglich pendeln. Versicherungen auswählen. (Von meiner Hauptbeschäftigung mit großem “R” mal ganz abgesehen.)

Und wenn man es dann trotzdem tut (egal, ob man es tut, weil einen die “Umstände” zwingen oder weil man sich selbst herausfordern will), stellt man überrascht fest: Oh, ich kann das ja doch!

Ein Gefühl konstanter Überforderung, gepaart mit ziemlich vielen Erfolgserlebnissen.

Ich kann das nicht, aber ich tue es trotzdem.

Das Bild ist von Nicole Lavelle, damit liegt dann bei ihr auch das Copyright. Ihre Website mit vielen weiteren tollen Werken ist http://www.makingstuffanddoingthings.com. 

Sich Zeit nehmen

Manchmal sehe ich ein Zitat und dann gibt es einen Haufen Comicgeräusche in meinem Kopf (“Zack boom!”) und ich weiß, dieses Zitat passt für mich und mein Weltbild wie die Faust aufs Auge. Diese Zitate werden dann oft ausgedruckt und irgendwohin gehängt, damit ich sie irgendwie in mein Herz tätowieren kann – die Tatsache, dass jemand es geschafft hat, mein innerstes Empfinden in einen oder zwei Sätze zu packen, ist einfach zu besonders.

Das folgende Zitat ist ein solches, und es begeistert mich so sehr, dass ich es nicht nur ausdrucken wollte, sondern selbst in schöne Typo verwandeln wollte, weil das noch so ein Weg ist, sich einen solchen Satz vollkommen zu eigen zu machen. Das Besondere an diesem Zitat ist, dass es nicht nur mich voll getroffen hat, sondern auch den Liebsten – und das so sehr, dass er es jetzt ganz oben auf seinem Blog stehen hat, wo ich es dann gefunden habe.

Ich glaube, dass es unfassbar schwierig ist, in einer Welt, die so schnell und fordernd ist wie unsere, überhaupt lange genug inne zu halten, um zu merken, wie ich denn eigentlich ticke. In meinem Reader befinden sich so viele Feeds mit großartigen Blogs, geschrieben von Leuten, die großartige Dinge tun. Sie zeichnen und machen Filme und kochen und fotografieren und nähen ihre eigenen Klamotten und schreiben Ratgeberkolumnen und sind auf der Suche nach Erleuchtung und sind Lehrer und bringen Wissenschaft ganz wunderbar auf den Punkt. Täglich stürmen allein aus dieser Quelle ungefähr 100 Texte auf mich ein, und da war ich noch nicht bei Twitter und Facebook, habe nicht bei Pinterest gestöbert, mich nicht mit Freunden unterhalten, nicht gelesen und war nicht draußen. Ein Wirbelwind aus Eindrücken, atemlos.

Wie soll ich meine Stimme finden, wenn ich mich nicht hören kann? Wie soll ich meine Stimme finden, wenn ich mir nicht die Zeit nehme, sie zu hören? Und wie soll ich in einem Wust aus anderen Stimmen einzelne Personen hören, Rücksicht auf sie nehmen, wenn ich nur atemlos versuche, irgendwie nicht unterzugehen, nicht nur ein belangloses kleines Menschlein inmitten all dieser Helden zu sein?

Dies meine Gedanken zu einem Zitat, das meine heutige Form der Montagsmaler ist.

Handmade Type

Ok, wow. Das haut mich um.

Tien-Min Liao, eine in New York ansässige Grafikdesignerin und Illustratorin, hat das schönste Alphabet gemacht, das ich seit langem gesehen habe. Handmade Type hat sie es genannt.

Dabei hat sie 26 Formen designt. Wenn sie eine dieser Formen auf ihre Hände und Unterarme aufträgt, kann sie je nach Handhaltung einen Buchstaben darstellen, und zwar als Groß- und als Kleinbuchstaben. Wenn man das so erklärt, klingt es erstmal komisch, aber wenn man es sieht, haut’s einen aus den Socken, oder was man halt so trägt.

Guckt mal hier, so sieht das für A/a aus:

Die simple Idee, die Grafik dahinter, die total schöne Schrift, alles zusammen ist einfach nur… Hach.

Und hier noch ein kleiner Film, der ihr Alphabet illustriert.

Gefunden habe ich das Alphabet bei Colossal, das Copyright zu der Grafik und dem Film liegt bei Tien-Min Liao.

Citizens for Optimism

Zufrieden in die Welt zu gucken ist eine Sache, die ich gerne öfter könnte. Viel zu oft ärgere ich mich über Vordrängler, Laut-Telefonierer oder sonstige Kleinigkeiten – oder ich male mir aus, was alles schiefgehen könnte. Deswegen wird es dringend Zeit für eine Optimismus-Offensive der schönsten – nämlich der künstlerischen – Art.

Bei Citizen for Optimism haben sich 17 Designer zusammengetan, mit dem Ziel, die Leute mit ihrem Design ein bisschen glücklicher zu machen. Dazu wurden New Yorker gefragt, welche Wörter sie mit Glück verbinden. 17 dieser Wörter wurden ausgewählt, und jeder der Designer bekam eins, um daraus ein Poster mit Typo-Schwerpunkt zu machen.

Was dabei herausgekommen ist, macht total Spaß. Mittlerweile sind es sogar 30 schöne Designs, von denen man ein paar sogar kaufen kann.

Das hier ist übrigens meine liebste Grafik:

Erstellt wurde sie von Min Choi, die dazu schreibt: “I began this project by researching every possible definition behind the word “Optimism & Happy” so that I would have some knowledge in what others definitions were for these two words. After going through all the vernaculars, I asked myself what this word meant to me. Knowing that finding true happiness was what a lot of people were seeking after, ( as for me also ) I decided to create a simple and funny instruction on how one can receive happiness by looking at my poster. Basically my poster is to show that happiness can can be received through anything and anytime.” (Quelle)

Wunderbares Teil, finde ich.

Gefunden habe ich dieses Projekt übrigens bei design work life, das Copyright des Bildes liegt bei Min Choi.

3D-Buchstaben im Bastelbogen

3D-Buchstaben zum Selberbauen! In letzter Zeit bin ich hier und hier auf Buchstaben gestoßen, die man sich als Dekoelemente in die Wohnung stellen kann. Finde ich gut, aber ich bin noch Studentin, und da schwärme ich höchstens mal von sowas, aber kaufe mir sowas höchstens, falls ich es auf dem Flohmarkt finde. (Und auch dann nur mit schlechtem Gewissen, weil hier schon sooo viel schönes rumsteht, das aber irgendwie zustaubt.)

Hier findet sich in jedem Fall eine sehr kostengünstige Lösung, nämlich mit Hilfe der Schriftart Punched Out.

Mann, wenn ich mir das so ansehe, schwirrt mir der Kopf voll Ideen, was man damit alles anstellen kann. All die wunderbaren Worte, die man “schreiben” kann. All die wunderbaren Papiersorten, die man verwenden kann.

Großartig.

Übrigens gibt es bei FontStruct, von wo auch diese Schrift stammt, die Möglichkeit, selbst Schriftarten zu entwerfen und mit einer Community zu teilen. Also, für die unter euch, die gerne mal kreativ werden wollen – draußen ist es ja kalt und dunkel und demnächst bestimmt auch nass und glatt.

Entdeckt übrigens bei How About Orange, und von dort stammen auch die Bilder in diesem Beitrag.

Strategic Plan

Täglich finde ich neue, wunderbare Sachen im Netz. Manchmal aber sind sie noch wunderbarer.

Das untere Poster ist irgendwie eine Antwort auf all die Fragen, die mich momentan bewegen, gleichzeitig. Vor meiner Masterarbeit, der letzten Hausarbeit und noch einigem Kleinkram stehe ich und fühle mich angesichts der ungeheuren Menge ein wenig wie das Kaninchen vor der Schlange. Vollkommen ratlos, hilflos, gelähmt. Dabei ist das eigentlich vollkommen bekloppt – ich muss einfach loslegen. (Sagen mir einige, die ich liebe, schon lange, allen voran Nils.) Einfach den ersten Schritt gehen.

Wenn ich mir das Bild unten so ansehe, merke ich mal wieder, dass oft ein Bild viel stärker zu mir durchdringt als alle noch so wahren Worte. Und zwar meistens ganz plötzlich, und nicht immer beim ersten Anblick.

Man kann dieses Bild übrigens als Poster kaufen, und zwar bei den Baltimore Print Studios. Die haben auch das Copyright zum Bild. Gefunden habe ich es allerdings bei Swissmiss.

Und für die von euch, die noch nicht bei meinem Giveaway mitgemacht haben: Heute habt ihr die letzte Chance, einen Adventskalender zu gewinnen.


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