Archiv der Kategorie Zeichnungen

Ordnung ins Leben bringen

Das mit den Montagsmalern fällt mir schwerer, als ich erwartet hätte – aber ich will trotzdem wöchentlich was zeichnen. Die Zeichnung, die ich euch diesen Montag zeigen wollte, existiert allerdings bisher nur in meinem Kopf, weil ich in den letzten Tagen lieber versucht habe, all meine Unterlagen, die sich so über die letzten Jahre angesammelt haben, mal vernünftig zu sortieren. Und wenn ich schon dabei bin, auch gleich bei den Bastelsachen und Klamotten ausgemistet habe und überhaupt – ich bringe Ordnung in mein Leben.

Stattdessen hier also eine Zeichnung, die ich 2009 bei der Vollversammlung eines Vereins gemacht habe, bei dem eine Flipchart Ordnung ins Gesagte bringen sollte. Inklusive einiger im Rückblick recht sinnloser Notizen. (Habe ich schon einmal hier verbloggt, da sind auch noch mehr Zeichnungen von mir.)

Könnt ihr eigentlich auch besser zuhören, wenn ihr was mit den Händen macht? In Vorlesungen und Seminaren habe ich immer viel mehr behalten, wenn ich nebenbei gestickt oder gedoodlet oder gestrickt habe. Das hätte die Dozenten irritiert, denke ich – hätte ich nicht immer gleichzeitig so begeistert mitdiskutiert. Ich habe mal gehört, sowas wie mich nennt man den haptischen Lerntyp.

Super 8

Von meinem gestrigen Flohmarktfund – der Super 8 für schlappe 3€ – bin ich noch ziemlich begeistert. Mit ein wenig Recherche habe ich zwar herausgefunden, dass sie zu den Kameras gehört, die sich fürs Filmen nicht mehr wirklich eignen und dass die Aufnahme so eines Filmes mit Film, Entwicklung und Digitalisierung mich so um die 40€ kosten dürfte – aber schön ist sie, finde ich. Und als Deko-Objekt eignet sie sich auch noch, neben den anderen alten Kameras, die bei mir mittlerweile so herumfliegen.

So überrascht es auch nicht, dass ich heute diese Kamera gezeichnet habe.

Gezeichnet mit Bleistift, Finelinern und einem dicken Filzstift, geklebt auf ein Plakat einer 70er-Jahre-Party, auf der ich Anfang des Jahres war.

Wisst ihr übrigens (kostenlose) Programme, mit denen man mit der Digicam aufgenommene Filme retro aussehen lassen kann? Wenn die Super 8 schon nicht wirklich benutzbar ist, wäre es doch nett, mit digitalen Filmen herumzuspielen. (Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass das zuviel Rechenleistung fressen würde.)

Achso – und nach Fees Kommentar fiel mir noch was auf: Keine Smartphone-App für mich – das macht der winzige Speicherplatz meines Handys leider nicht mit. Hab ich schon probiert, klappte nicht. Deswegen suche ich sowas absurdes wie die Möglichkeit, schon fertig aufgenommene Digi-Filme ganz simpel zu bearbeiten, wie Pixlr-O-Matic oder Instagram oder so. Filter eben.

Briefpapier-Automat

In den letzten Monaten habe ich zwar noch regelmäßig gebloggt, aber weder habe ich viel selbstgemachtes gezeigt noch gab es hier täglich etwas neues zu sehen. Jetzt, da die Masterarbeit geschafft ist und der Urlaub zu Ende, habe ich wieder viel Zeit – und viele Ideen.

Um mich selbst mehr zum Zeichnen zu bringen, teile ich ab jetzt jeden Montag mit euch eine Zeichnung. Im Urlaub habe ich viele tolle Motive gesammelt und fotografiert, und von denen zeige ich in nächster Zeit jeden Montag eines – bei den Montagsmalern. Dabei sind die Zeichnungen ganz bestimmt nicht perfekt – aber das müssen sie nicht sein, ich übe ja.

Heute gibt es einen Briefpapier-Automaten zu sehen, den ich in Berlin im Museum für Kommunikation entdeckt habe (von dort zeichne ich in den nächsten Wochen noch mehr Exponate – die sind einfach so toll). Eine simple Erfindung eigentlich: Geld einwerfen und dafür Briefpapier samt Umschlag bekommen. So etwas bräuchten wir heute auch noch, denn irgendwie machen echte Briefe von netten Menschen doch viel mehr Spaß als Emails.

Hat übrigens jemand von euch einen Tipp, wie man beim Colorieren mit Twin Touch Markern dieses Streifige vermeiden kann? Oder liegt das an der Qualität der Stifte und Copics haben das nicht? (Ich zeichne mit Bleistift vor, mit Finelinern nach und coloriere mit Twin Touch Markern.)

the realist

Ich liebe gute Cartoons, bin aber relativ speziell, wenn es darum geht, was ich nun gut finde. Ohne meinen täglichen “Calvin & Hobbes”-Strip beispielsweise wäre der Tag um ein breites Grinsen ärmer, und auch von Nichtlustig bin ich ziemlich begeistert (das sind auch so ziemlich die einzigen E-Cards, die ich jemals verschicke). Die meisten anderen Cartoons dagegen mag ich einfach nicht so.

Asaf Hanukas Cartoons sind anders. Sie entlocken mir kein Lächeln, aber Bewunderung. In neun Einzelbildern erzählt er von einer melancholischen Welt, von seinem Zuhause Israel. Von seinem Alltag, oft ins Extreme verfremdet. Als ich mich durch seine Cartoons geklickt habe, musste ich unwillkürlich an Sin City denken, wobei ich da nur den Film kenne.

Seine Welt ist dunkel. Wenn ich das richtig verstehe, nimmt er oft Bezug auf Dinge, die in Israel (und oft genug nicht nur dort) gesellschaftlich schief laufen oder auf aktuelle Ereignisse dort. Der Cartoon in diesem Bild bezieht sich beispielsweise auf Beit Shemesh, eine sehr radikale Sekte, die Frauen stark unterdrücken will und dies in der kleinen Region, in der sie stark ist, auch konsequent tut. Frauen sollen im Haushalt arbeiten und das Geld ranholen, damit die Männer sich Gott widmen können. Mittlerweile wird die Sekte auch in anderen Teilen Israels stärker – und dies empfindet nicht nur Asaf Hanuka als bedrohlich und verarbeitet es in diesen Bildern:

(Wenn ihr den Cartoon besser lesen wollt, klickt einfach drauf, dann kommt ihr auf Asaf Hanukas Seite.)

Die Cartoons werden immer auf Englisch und Hebräisch veröffentlicht, und im Englischen sind sie dann quasi spiegelverkehrt. Ich finde es spannend, wie anders so ein Bild teilweise wirkt, wenn es andersrum ist. Einfach nur gespiegelt, und schon wirkts fremd.

Schaut euch einfach seine Cartoons an, lohnt sich!

Das Copyright des gezeigten Bilds liegt bei Asaf Hanuka.

Ben Javens

Via Cohete entdeckt: Den Blog von Ben Javens.

Die Gesichter, die er da oben gezeichnet/gemalt hat, sind für das russische Wirtschaftsmagazin Sekret Firmy entstanden. Mich erinnern sie ganz stark an das Malefiz-Spielbrett, irgendwie. Oder an tolle Kinderbuchillustrationen.

Oder den kleinen Astronauten, den er für ein Kinder-T-Shirt designt hat. Toll.

Ben Javens ist hauptberuflicher Illustrator (ich habe jedes Mal aufs Neue einen gewaltigen Respekt vor Leuten, die von ihrem künstlerischen Talent – und jeder Menge Arbeit dazu – leben können), lebt in England und beschreibt sich selbst folgendermaßen: “His grumpy face hides a happy soul…well kind of.”

Achso, und einige seiner Drucke kann man übrigens auch online kaufen.

Und das Copyright zu beiden Bildern liegt natürlich bei Ben Javens.

Sophia Metzler

Es ist ja eine Sache, auf Blogs und sonstigen Kreativseiten auf tolle Künstler zu stoßen. Eine ganz andere Sache ist es, solche Leute im eigenen Bekanntenkreis zu haben.

Sophia ist so eine. Als sie mir vor einigen Tagen dann gezeigt hat, was sie so macht, hat mich das ziemlich umgehauen und ich hab sofort gedacht “DAS muss ich bloggen!!!!!!” (Ich habe auch die vielen Ausrufezeichen mitgedacht. Und die Großbuchstaben.)

Das zum Beispiel sind einige Seiten aus ihrem Skizzenbuch:

Sie selbst sagt dazu: “Die Skizzen sind während und nach meiner Reise nach Burkina Faso entstanden. Kuli, Collage und Wachsmalstifte. Ich wollte unbedingt ein Skizzenbuch anfangen, um mir die zu hohen Ansprüche abzutrainieren.”

Habt ihr das Rätselblatt gesehen, das in die Skizze unten links eingearbeitet ist? Und das Spiel mit Monochromie und Farben? Hach.

Sophia studiert Kommunikationsdesign im 7. Semester an der Hochschule RheinMain. Als ich sie fragte, was sie inspiriert, schrieb sie “Offene Augen – Mitnehmen was geht.” Darunter fallen ganz einfach Neugierde, Beobachten und Fragen stellen. Und kreative Menschen seien inspirierend, einfach durch Gedankenaustausch.

Dass sie so gerne zeichnet, liegt in der Familie – sie hat schon gemalt, bevor sie laufen konnte. In der Mittel-/Oberstufe ließ das Interesse nach und kam dann erst durch das Studium wieder. Wieviel Zeit sie in ihre Kunst investiert? Unmöglich zu sagen, weil sie auf sowas gar nicht achtet. Und außerdem sei das keine Kunst, sondern einfach Ausdruck ihrer selbst.

Und hier noch eine ihrer Skizzen, die ich besonders toll finde: Ein Studienaufgabe zum Thema Layout. Wichtig dabei sei, dass Ideen schnell und überzeugend präsentiert werden können, man arbeite dabei mit Copics, Linealen und Formen.

Hitchcock vs. Angry Birds

Hitchcock meets Angry Birds. Graustufen begegnen Knallfarben. Feine Zeichnungen von Winterbäumen treffen auf comichafte Illustration. Gestern und heute in einem Bild.

Wow.

Das Ganze soll auf ein T-Shirt von Threadless kommen. Ich kann mir ganz ehrlich richtig viele Menschen vorstellen, die sich das holen würden.

Habe ich schon “Wow” gesagt? Äh, ja. Steht ja weiter oben.

Ich sollte mehr zeichnen.

Die Illustration stammt übrigens von Dan Eijah Fajardo und Pedro Kramer. Vielleicht ist ja die Tatsache, dass da zwei Illustratoren dran waren, die Erklärung für all die wunderbaren Widersprüche dieses Bildes. Hach.

So, und jetzt einfach das Bild.

(Copyright bei den beiden Künstlern, klar, oder?)

Red Hook

Ich bin Fan von Danny Gregory, seit ich sein Buch “The Creative License” gelesen – nein, verschlungen habe. Monatelang danach habe ich wie besessen gezeichnet, und seine These stimmt: Wenn man nur viel zeichnet, wird das auch gut. Einfach irgendein Motiv suchen und loslegen. Dazu kommt noch, dass ich genauso gerne mit Finelinern arbeite wie er. Es muss also Schicksal sein.

Jetzt gibt es einen Film übers Zeichnen von ihm, “Red Hook”. Und schon jetzt kribbelt es mich wieder in den Fingern – euch bestimmt auch, wenn ihr ihn gesehen habt. (Am besten als Vollbild gucken!)

Red Hook – a film about Tommy Kane from DannyGregory on Vimeo.

Berz Öztürk

Auch wenn ich bei My Modern Metropolis oft schöne Sachen finde, hauen sie mich selten so vom Hocker wie die Bilder von Berz Öztürk. Viele dieser Bilder haben eine derartige Sehnsucht in sich, eine Romantik, eine Melancholie, dass es mir fast den Atem verschlägt. (Viele der Bilder haben auch einen sehr dunklen Humor, wie z.B. sein Bild eines Pokémon-Zombies, aber die treffen mein persönliches Gefühl für Ästhetik nicht ganz so sehr.) Irgendwie passen seine traurigen Bilder ziemlich gut in den Herbst.

Da sitzt Mathilda auf der Fensterbank und sehnt sich nach Léon (aus “Léon – Der Profi”), Kurt Cobain legt Amy Winehouse auf dem Friedhof den Arm um die Schulter (hilft er ihr, sich im Club 27 zurechtzufinden?) und ein kleines Mädchen übt das Fliegen auf den Dächern, nur mit einem leuchtend roten Luftballon. Wunderschöne Geschichten, aber traurig.

Berz Öztürk ist übrigens ein Künstler aus Istanbul, der aktuell noch an der Marmara Universität studiert. Auch wenn er schon immer gerne gezeichnet hat, macht er erst seit 3 Jahren auf diesem Niveau Illustrationen, größtenteils für Kinderbücher und für Zeitschriften. Man kann ihn übrigens auch bei Facebook liken, wenn man auf dem Laufenden bleiben möchte – oder sich einen Druck eines seiner Bilder kaufen.

Hier ein paar Bilder von ihm:

Und wie immer – na? Genau: Das Copyright der Bilder in diesem Beitrag liegt beim Künstler, diesmal bei Berz Öztürk.

Marisa Seguin

Gutes Design und Reisefieber – was für eine unglaublich oberaffengeile Kombination. Aber mindestens.

Marisa Seguin kommt aus Vancouver (wo ich dringend auch nochmal hinwill, nur mal so), lebt aber mittlerweile in den USA und verbringt ihre Zeit mit Illustrationen, dem Backen von grauenhaft bunten Kuchen und Blog lesen. Die Frau ist mir sympathisch. Aber vor allem malt sie ziemlich klasse – und deswegen kommt sie jetzt auch in diesen Blog.

Die Farben, die sie für ihre Bilder nutzt, sind so richtig leuchtend und machen gute Laune. Auch wenn ich noch nie in San Francisco war – dieses Poster würde ich mir durchaus an die Wand hängen. (Das war ein Zaunpfahl, liebe Freunde! Ich hab in einigen Wochen Geburtstag, also, äh, nur mal so jetzt.)

Wer sich jetzt auch dermaßen in diese Bilder verliebt hat, wie ich, gucke doch mal bitte hier, hier und hier. (Und gefunden habe ich sie hier und hier.)

(Copyright der Bilder liegt natürlich bei Marisa Seguin, wie sich das gehört)


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