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Paul + Ich

Der zweite Film diese Woche. Manchmal muss das sein, wenn ich einfach so viele derartiger Juwelen finde.

Ein Film über Freundschaft und Mutproben und Mut und darüber, Kind zu sein. Über das Hinfallen und Aufstehen und Weitergehen. Soviel Herz und Leben und all das in ein paar kleinen Minuten.

Tut euch einen Gefallen, macht den Film auf Vollbild und schaut wirklich hin. Konzentriert euch auf den Film. Und lasst ihn euch dann so richtig umhauen, wie er das mit mir getan hat. (Und lasst euch nicht von dem doofen Preview-Bild abschrecken. Das Preview-Bild sagt überhaupt nichts über den eigentlichen Film aus.)

Paul + Ich from Hendrik Rost on Vimeo.

Von Seiltänzerinnen und ängstlichen Löwen

Jeden Donnerstag ein persönlicher Gegenstand und seine Geschichte. (Ihr seid übrigens herzlich eingeladen, auch mitzumachen und die Links zu euren Posts in den Kommentaren zu hinterlassen!)

Heute: Ein von meinem Vater geschriebenes Buch mit Gutenachtgeschichten.

Mein Vater ist nicht so der klassische Künstlertyp, Geschichten aber konnte er immer toll erzählen. Oft war da der kleine Bär Ottobaby, der mit seiner Piepsestimme von geklauten Heringsdosen und Orgien im Barbiehaus erzählte („Was glaubst denn du, was wir machen, wenn du schläfst?“) und natürlich war er auch immer an meinem chaotischen Zimmer schuld. Den Bären hat er noch mehr geliebt als ich, glaube ich.

Oft erzählte mir Papa auch von einem kleinen Zirkus.

Da gab es die Seiltänzerin Seilmimi, eine hübsche junge Frau, die jeden Morgen aus wechselnden Varianten desselben Traums erwacht: Sie träumt davon, in einem wunderschönen Brautkleid einen Prinz zu heiraten, was jedoch nie klappt, weil der Prinz sich immer als Mogelpackung entpuppt – immer ist es ein betrunkener Schaffner, ein lispelnder Polizist oder sonstein uniformierter Mann mit irgendeiner Macke, die kein Traummann jemals haben dürfte, will er ein echter Prinz sein. Im letzten Moment wacht Seilmimi dann immer auf. (Ja, ich weiß. Niemand ist perfekt. Aber Kleinmädchen-Märchenprinzen müssen es dennoch sein.)

Ihr bester Freund, der sie täglich mit Brötchen weckt, ist Peppino, ein Clown, der wenig von Körperhygiene hält. Diesen Clown verbindet eine etwas merkwürdige Beziehung zu seinem Dackel Fifi, denn der Hund hat sich das Bett erobert, sodass der Clown immer im Hundekörbchen schlafen muss. Das führt bei Peppino zu chronischen Rückenschmerzen, aber was er dagegen unternehmen soll, weiß er auch nicht. Fifi hat noch ein zusätzliches Talent: Er findet in jeder Stadt, in die der Zirkus kommt, sofort die nächste Metzgerei, wo er mit traurigen Hundeaugen vom Metzger ein großes Stück Wurst und ein Nickerchen auf dem Sofa erbettelt.

Schließlich sind da noch einige andere skurrile Figuren, beispielsweise der unglaublich dicke Zirkusdirektor, den alle nur „Zirkusdirektorchen“ nennen oder die Miezekatze, das ist der Löwe, der besonders vor Mäusen und dem Zahnarzt schreckliche Angst hat.

Die Tage im Zirkus verlaufen gleichförmig und friedlich: Morgens wird gründlich gefrühstückt, dann geprobt und abends gibt es eine glamouröse Zirkusvorstellung, bei der Seilmimi die Hauptattraktion ist und Fifi vom Schoß des ortsansässigen Metzgers aus zusieht. Danach gucken sich Clown und Seiltänzerin noch die Sterne an, trinken Wein oder machen Folienkartoffeln und gehen dann schlafen.

Ich habe diese Geschichten immer geliebt. Als Kind hatte ich sogar ein Stockbett (was bei einem Einzelkind merkwürdig ist – wozu brauche ich zwei Betten?) und schlief immer unten, weil es dort Zirkuswagenatmosphäre hatte. Und an vielen Abenden erzählte mein Vater mir Zirkusgeschichten. Als ich dann 12 war, schrieb er einige davon für mich auf, ließ sie binden und schenkte sie mir zu Weihnachten. Damals schon habe ich mich ziemlich darüber gefreut, aber ihren eigentlichen Wert bekommen sie erst heute für mich, wo mein Vater mir keine Gutenachtgeschichten mehr erzählt. Vielleicht denken wir uns ja gemeinsam eine aus, wenn wir uns das nächste Mal sehen? Den ganzen Tag durch die Gegend fahren, Oma auf dem Friedhof besuchen (und ihr statt Blumen ein paar kleine Fläschchen Boonekamp mitbringen – was soll sie auch mit Blumen) und über Gott, die Welt und vielleicht auch den Zirkus reden.

Vielleicht stelle ich ja um Weihnachten herum mal eine der Geschichten online. (Würde euch das interessieren?)

Habt ihr früher auch Geschichten erzählt bekommen? Wovon handelten sie?

Sophia Metzler

Es ist ja eine Sache, auf Blogs und sonstigen Kreativseiten auf tolle Künstler zu stoßen. Eine ganz andere Sache ist es, solche Leute im eigenen Bekanntenkreis zu haben.

Sophia ist so eine. Als sie mir vor einigen Tagen dann gezeigt hat, was sie so macht, hat mich das ziemlich umgehauen und ich hab sofort gedacht „DAS muss ich bloggen!!!!!!“ (Ich habe auch die vielen Ausrufezeichen mitgedacht. Und die Großbuchstaben.)

Das zum Beispiel sind einige Seiten aus ihrem Skizzenbuch:

Sie selbst sagt dazu: „Die Skizzen sind während und nach meiner Reise nach Burkina Faso entstanden. Kuli, Collage und Wachsmalstifte. Ich wollte unbedingt ein Skizzenbuch anfangen, um mir die zu hohen Ansprüche abzutrainieren.“

Habt ihr das Rätselblatt gesehen, das in die Skizze unten links eingearbeitet ist? Und das Spiel mit Monochromie und Farben? Hach.

Sophia studiert Kommunikationsdesign im 7. Semester an der Hochschule RheinMain. Als ich sie fragte, was sie inspiriert, schrieb sie „Offene Augen – Mitnehmen was geht.“ Darunter fallen ganz einfach Neugierde, Beobachten und Fragen stellen. Und kreative Menschen seien inspirierend, einfach durch Gedankenaustausch.

Dass sie so gerne zeichnet, liegt in der Familie – sie hat schon gemalt, bevor sie laufen konnte. In der Mittel-/Oberstufe ließ das Interesse nach und kam dann erst durch das Studium wieder. Wieviel Zeit sie in ihre Kunst investiert? Unmöglich zu sagen, weil sie auf sowas gar nicht achtet. Und außerdem sei das keine Kunst, sondern einfach Ausdruck ihrer selbst.

Und hier noch eine ihrer Skizzen, die ich besonders toll finde: Ein Studienaufgabe zum Thema Layout. Wichtig dabei sei, dass Ideen schnell und überzeugend präsentiert werden können, man arbeite dabei mit Copics, Linealen und Formen.

Alltagshelden, die achte

Jeden Dienstag aufs Neue: Drei Dinge, die mein Leben schöner, einfacher, bequemer machen. Alltagshelden. Die Idee dazu stammt von Roboti.

Und weil ich diese Woche so glücklich über Kekse bin, gibt es heute nur solche Helden. (Im Übrigen wünsche ich euch einen frohen Nikolaustag!)

Meine Keksausstecher-Menagerie. Quasi all die Tiere, die vor über 2000 an einer Krippe gewesen sein sollen, glaube ich.

Viele frischgebackene Kekse. Einen Pinguin und eine Schnecke haben der Nils und ich noch warm gegessen. (Die Kekse bestehen aus 100g gemahlenen Mandeln, 100g selbst gemachtem Vanillezucker, 200g Butter und 300g Mehl und werden dann ca. 10min bei 200°C gebacken. Rezept von Lily Lux.)

Flüssige Schokolade, die auf Plätzchen gepinselt wird. Und immer bleibt etwas übrig, sodass man dann mit dem Liebsten zusammen die Schüssel auslecken kann. So einfach und so schön kann das Leben sein. (Bestellt man übrigens in Litauen eine heiße Schokolade, bekommt man genau das – ein Espressotässchen voller warmer geschmolzener Schokolade, gemischt mit etwas Sahne. Göttlich.)

 

Be A Vegetarian

Nein, ich bin keine Vegetarierin. Auch wenn ich viele der Vorteile kenne, schlägt mein Herz doch für ein blutiges Steak oder den Ring Fleischwurst, den die Eltern meiner besten Freundin mir jährlich statt eines Weihnachtsmanns schenken. Nichtsdestoweniger finde ich das folgende Video ziemlich niedlich. Und vor allem ist es mal was ganz anderes als diese Splatter-Schlachthaus-Filme.

Be a Vegetarian from GLOSSYREY on Vimeo.

7 Sachen, die achtzehnte

Einen wunderbaren 2. Advent wünsche ich euch allen!

Dieses Wochenende war herrlich ruhig, aber ich habe sehr, sehr viel (nicht unibezogenes) erledigt bekommen. Ich bin ziemlich beeindruckt von mir selbst, muss ich schon sagen. Meine komplette Ablage für dieses Jahr ist erledigt, für die halbe Woche ist vorgekocht, die Küche ist geputzt, sämtliche Wäsche entweder gewaschen oder verstaut, mein Zimmer gründlichst aufgeräumt, sechs Kisten auf dem Dachboden durchgesehen und nur eine Kiste behalten, mein Wichtelgeschenk begonnen… Es ist absolut großartig. (Achso, und ich habe viel über Lebensmittelfarbe gelernt – aber dazu mehr in der kommenden Woche oder der danach.)

Und in diesem Sinne kommen jetzt meine 7 Sachen. (Die Idee zu den 7 Sachen kommt von Frau Liebe.)

Mir zum Frühstück ein Marmeladenbrot gemacht und festgestellt, dass ich keine Pfirsichmarmelade mag. Viel zu süß. (Dabei mag ich sonst so ungefähr alles mit Pfirsichgeschmack.) Wahrscheinlich mische ich sie mit etwas Limettensaft und verbacke sie dann zu Jam Tarts.

Mit dem Süßen angefangen, auf dem Dachboden ein wenig auszumisten und dabei einen Glückspfennig gefunden. (Zumindest ich werde nächstes Jahr garantiert für das Referendariat umziehen, und da kann man ja immer mal ausmisten, damit man das nicht im Umzugskistenstress machen muss.)

Aus Instantcouscous und einem Rest Ofengemüse ein ziemlich leckeres Mittagsmahl gezaubert.

Auf dem Dachboden gefundene Plüsch-Rehkitze an eine Zimmerpflanze gehängt, damit der Lebkuchenmann nicht so alleine ist. Nach und nach wird das meine Weihnachtspalme werden.

Eine Stickvorlage für mein Wichtelkind gemacht. Ich bin so gespannt, wie das an Heiligabend gefallen wird.

Oliven mit einer Tasse gehauen, um sie besser entsteinen zu können. Und dann Puttanesca-Sauce gekocht und in Gläser abgefüllt. Jetzt können wir in den nächsten Wochen viermal Spaghetti, Penne oder Sonstwas mit leckerer Sauce essen.

Schokolade mit Zimt, Muskat, Ingwer und dem Mark einer Vanilleschote geschmolzen, um weihnachtliche Chococrossies zu machen. Wobei ich bei dem Crossie-Teil immer schummle  und zusätzlich zu Dinkelflakes auch noch alles reinmache, was mir so unterkommt. Diesmal war das ne sehr kräftige Handvoll Studentenfutter.

Adventskalenderschau

Nachdem ich in den letzten Wochen dauernd am Adventskalender Basteln war und auch ziemlich viel darüber geschrieben habe, wird es wohl Zeit, mal zu zeigen, was dabei rausgekommen ist.

Zuerst mal hier die Adventskalender, die ich verschenkt habe. Also, nur einer fehlt. Das hat natürlich keinerlei gute Gründe wie Zeitmangel oder ähnliches, sondern liegt alleine am schlechten Charakter des Beschenkten. Natürlich. (Damit ist auch dem Versprechen Genüge getan, dass ich über diese Person was total Schlechtes schreiben werde.)

Die Inhalte der verschenkten Adventskalender sind alle gleich. Es sind Worte, die es nur in einer Sprache gibt, mit ihrer Definition und Herkunft. Wen von euch das interessiert, das Buch heißt „They Have A Word For It“ und ist von Howard Rheingold. Ist leider vergriffen, aber über die Fernleihe von Unibibliotheken ist es zu haben und bei Google Books kann man ein bisschen reingucken. (Das sollten die Beschenkten allerdings vorerst lassen.)

Der Kalender meiner besten Freundin. Verpackt in ein altes Biobuch.

Der Kalender für eine andere sehr gute Freundin. Verpackt in Papier, größtenteils von Bindewerk. (Ich glaube, sie teilt sich den Kalender mit ihrer wunderbaren Mitbewohnerin.) Die Katze auf dem Sessel heißt übrigens Mimi und ist das liebste Lebewesen, das diese Welt je gesehen hat.

Als nächstes der Kalender von Sophie, der Gewinnerin des Giveaways vor einigen Wochen. Verpackt in ein „Pictorial“, das ist ein Bilder-Wörterbuch. Großartige Erfindung, das.

Und schließlich der Kalender von Nils. Für ihn habe ich noch für jeden Tag eine Süßigkeit dazugelegt, da sucht er sich aus, worauf er gerade am meisten Lust hat. Da Nils Karten liebt, war die Verpackung ziemlich offensichtlich. Reingestellt habe ich die Tütchen in eine Mandarinenkiste, die ich außen weiß und innen schwarz gestrichen habe, weil er sehr klare Linien bevorzugt.

Ich bin dieses Jahr da auch ziemlich verwöhnt worden. Insgesamt habe ich drei Adventskalender bekommen, und die sind alle total wunderbar. Einen davon habt ihr auch schon gesehen, das ist der Tauschkalender, den ich bekommen habe, bei dem 25 kreative Blogger mitgemacht haben.

Dann gab es von meinem Freund den schönsten Kalender, den ich jemals bekommen habe. Jeden Tag öffnen wir jetzt gemeinsam unsere Tütchen, ich mein Mandeltütchen und das vom Tauschkalender, und er sein Worttütchen. Und bisher waren wir immer total begeistert, von allem was drin war. Besonders Nils hat jetzt an drei Tagen am Stück voll meinen Geschmack getroffen. (Eine Kir-Royal-Trüffel, eine mit Holundercreme gefüllte Schokokugel, zwei Apfelringe in weißer Schokolade.)

Der Kalender selbst ist übrigens von der Nähmarie. Ich hab ihn gesehen und mich sofort verliebt.

Und schließlich ist da noch der Kalender, den meine beste Freundin mir geschickt hat. Wir sind beide seit vielen Jahren Fan der Bücher von Jostein Gaarder, aber irgendwie habe ich dieses Buch noch nicht gelesen. Jetzt liest mir der Nils jeden Abend vorm Einschlafen das jeweilige Kapitel des Tages vor.

Ich schwebe im siebten Adventskalenderhimmel.

artig & fein

Ich bin ziemlich fasziniert von all den Blogs, die ich in den letzten Monaten so entdeckt habe. All die kreativen Menschen, all die guten Ideen, all die Tutorials – großartig. Wenn ich nicht Masterarbeit schreiben müsste und mich außerdem nicht gerne mal kopfüber in Bücher stürzen würde, würde ich nur noch kreativ sein. (Achso, und wenn ich nicht ständig dem Chaosmonster hinterher räumen müsste, das unter meinem Bett wohnt. Ich kann nicht zeichnen oder nähen oder sonstwie kreativ werden, wenn überall Mist rumliegt.)

All die Ideen, die ich bekomme, kann ich gar nicht umsetzen. Es ist großartig. Ein Ideenmeer.

Jedenfalls habe ich über einige von euch auch von tollen Magazine gelesen, die sich mit DIY auseinandersetzen – aber wenn ich dann tatsächlich vor dem Zeitschriftenregal stehe und die Zeitschrift 6,90€ kostet, mir aber nur die Hälfte der darin gezeigten Dinge gefällt, kann ich mich doch nicht zum Kauf aufraffen. Und trotzdem kribbelt es mir oft doch in den Fingern.

Umso begeisterter war ich, als ich gestern auf artig & fein stieß – ein Onlinemagazin mit lauter DIY-Ideen, Rezepten und überhaupt ganz vielen schönen Dingen. Kostenlos. Schön. Kreativ. Wunderbar. (Wenn das mal kein großes kleines Wunder ist, dann weiß ich ja auch nicht.)

Ausgedacht und gemacht wurde dieses Magazin von Caro und Birthe, deren Blogs auch jeweils einen (längeren) Besuch wert sind und sich seit gestern auch in meinem RSS-Feed finden. Hilfe von den verschiedensten Bloggern hatten sie auch. Ein echtes Gemeinschaftswunder, könnte man sagen. Oder, um es mit ihren Worten zu sagen: ein weihnachtliches DIY-Magazin.

Ob nun die kulinarischen Geschenkideen (den Feigensenf muss ich dringend ausprobieren), der Advents“kranz“ aus mit Tafelfarbe angestrichenen Weinflaschen oder einige tolle Ideen mit Modelliermasse, die DIY-Ideen sind schön, schlicht und angenehm unkitschig.

Schaut unbedingt mal rein – es lohnt sich.

Und wer das jetzt dringend auch ausprobieren will mit nem eigenen Magazin (vielleicht finden sich noch ein paar weitere Blogger mit guten Ideen und Tatendrang?) guckt einfach mal bei Issuu vorbei. Da kann man anscheinend selbst Magazine erstellen.

Eine Kuscheldecke und ein Möbelhaus

Jeden Donnerstag wieder ein Gegenstand, mit dem ich schöne Erinnerungen verbinde und seine Geschichte.

Ich bin jetzt seit beinahe 4 Jahren mit meinem Freund zusammen, und ein paar Monate danach lernte ich dann auch seine Eltern kennen. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber ich habe vor diesen Treffen (also, Eltern kennenlernen) immer eine merkwürdige Mischung aus Neugierde und Schiss. Ich meine, einerseits haben die Eltern einen gewaltigen Anteil daran, warum er so ist, wie er ist und kennen ihn ziemlich gut und überhaupt. Andererseits könnten sie ja auch beißen. Man weiß es nicht, man weiß es nicht. (Und wenn man von der Mutter des Freundes nur ein Bild kennt, auf dem sie irgendwie streng guckt, potenziert sich die Aufregung.)

Langer Rede kurzer Sinn: Die sind echt nett. Aber auch wenn sie nett sind, sind die erstmal fremde Leute, die man nicht kennt. Und bei Leuten, bei denen mir wichtig ist, dass sie mich irgendwann man mal mögen, bin ich erstmal schüchtern.

Da die Eltern für eine Woche zu Besuch waren, haben wir sie dann noch öfter gesehen. Und hier kommt die Kuscheldecke ins Spiel.

Da Nils frisch nach Oldenburg gezogen war (ich hab ihn mir nämlich geschnappt, bevor ein anderes Mädel merken konnte, wie toll er ist), noch Möbel brauchte und wir kein Auto haben, ging es auch zu einem berühmten schwedischen Möbelhaus. Und wie ich da durch die Möbelausstellung laufe und dabei versuche, einen guten Eindruck zu machen, fliegt ein Kissen auf mich zu. Meine Schwiegermutter-in-spe (im folgenden kurz „Inge“ genannt) trat ne Kissenschlacht los. Total großartig. Vielleicht die beste Art, nicht mehr an den guten Eindruck zu denken. Seitdem sie sich dann auch noch im Einkaufswagen durch die Gegend schieben ließ, ist es dann auch mit Schüchternheit vorbei. Und daneben immer Jürgen mit seinem ruhigen, aber irgendwie vergnügten Lächeln.

Die Kuscheldecke habe ich seit diesem Tag. War der erste Einrichtungsgegenstand, den ich bei Nils geparkt habe. So ein bisschen Revier markieren, besonders, da ich kurz darauf nach Australien ging.

Zu den Eltern habe ich übrigens mittlerweile ein tolles Verhältnis. Keine Schüchternheit mehr, sondern einfach ein Stück Familie zusätzlich, die einen immer mit Rat und Tat unterstützt.

Würde ich nicht mehr missen wollen. Nicht Nils‘ Eltern, nicht die Kuscheldecke.

P.S.: Habt ihr schon mal versucht, ein Foto von einer schwarzen Decke zu machen, das nicht todlangweilig aussieht? Maaaaann…

Bilder von Bildern

Bevor ich zum eigentlichen Beitrag komme: Ich bin gestern zum Bastelwunder ernannt worden! (Und alle so: Yeah!)

Was ein Bastelwunder ist? Da lasse ich am besten Lena selbst zu Wort kommen: „Mit dem BASTELWUNDER-Siegel werden Bastelblogs, Bastel-Websites, DIY-Sites und Modeblogs mit tollen Ideen zum Selbermachen ausgezeichnet. So soll eine umfassende Sammlung von Bastelblogs und Webseiten entstehen, die für unsere Leser als praktische Übersicht und Inspirationsquelle dienen.“

Jedenfalls habe ich mich vor Wochen mal darum beworben, und schon gedacht, dass ich vielleicht doch nicht reinpasse. Und dann bin ich doch dabei. Mit so einem schönen Text, dass mir ganz warm ums Herz und ums Ego wird. Ich glaube, in den nächsten Tagen trage ich den Kopf richtig hoch. (Das war genau das, was ich gebraucht habe. Danke, Lena!)

Aber jetzt zum eigentlichen Thema:

Man nehme ein Foto, projiziere es auf einen schönen Körper und fotografiere das Ergebnis. Also, auf die Idee wäre ich ja in hundert Jahren nicht gekommen, aber Davis Ayer schon. Und die Ergebnisse sprechen wirklich für sich.

Das Ganze nennt er <time travel> (die Zeichensetzung ist seine) – und sagt dazu dann genau gar nichts.

Wenn ich mir das Ganze so ansehe, fallen mir einerseits Tätowierungen ein (das fiel auch den Leuten von Modern Metropolis ein, wo ich die Bilderserie gefunden habe), nur flüchtiger, weil es ja nur Lichtstrahlen sind. Andererseits kommt mir sofort der Gedanke, dass der eigene Körper eigentlich der Ort sein sollte, an dem man am liebsten ist. Denn so einfach kann man da ja nun wirklich nicht weg.

Wenn Künstler keine Interpretation vorgeben, kann man herrlich rumspinnen und philosophieren. Großartig.

Falls euch seine Bilder gut gefallen, könnt ihr übrigens auch mal bei Etsy gucken, da verkauft er Drucke. (Allerdings ist sein Shop jetzt nicht üppig bestückt…)

Das Copyright dieser Bilder liegt bei Davis Ayer.


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