Reisebüro

Wenn ich länger unterwegs bin, packe ich so einiges an Zeugs ein, unter anderem auch eine kleine Menge an Schreibwaren – insbesondere, wenn ich dem Liebsten versprochen habe, ihm aus jeder Stadt zu schreiben. Weil aber in so einem Reiserucksack sehr schnell Chaos ausbricht, braucht man ein ausgefuchstes Ordnungssystem, gerade auch für den Kleinkram, den man so rumschleppt.

Nachdem ich für Kabel und Ladegeräte ein tolles Tutorial gefunden hatte, bei dem der Organizer auf einem alten Buch basiert, wollte ich so etwas auch haben, allerdings für Briefumschläge, Zettelchen, Gummibänder und was ich sonst noch dabei haben würde.

Von außen sieht das Stück jetzt aus wie ein altes Biobuch – für 0,50€ gefunden. Da kann man nicht meckern:

Innen fehlen jetzt die Seiten des Buchs, die wurden durch viele Tütchen aus Butterbrotpapier ersetzt:

Dazu habe ich zuerst sorgfältig mit einem Cuttermesser die Seiten aus dem Buch herausgetrennt. An einigen Stellen des Umschlags war das Buch beschädigt, was ich mit einem feinen Pinsel und passender Farbe geändert habe. (Wenn man genau hinsieht, sieht man das auf dem oberen Bild links unten.) Dann habe ich mir schönes Papier gewählt, dass ich innen in den Buchumschlag geklebt habe, weil da auch so einige Macken zu sehen waren. Schließlich habe ich das Buch in Buchbindefolie eingeschlagen, damit es auch ein paar Wassertröpfchen oder eine etwas unvorsichtigere Behandlung gut übersteht. Mit einem Hammer und einem Nagel auf der rechten Seite rechts oben und rechts unten jeweils ein Loch machen, dünnes Gummiband durch – und schon bleibt das Buch auch zu.

Und jetzt kommt die Kür: Was soll rein in euer “Reisebüro”? Die rechte Seite hatte ich schnell entschieden: Adressierte und frankierte Umschläge für Post an den Liebsten, und viele Klebezettel. Klebezettel schließlich kann man immer brauchen (genau wie Handtücher, aber das ist eine andere Geschichte). Links kamen dann ganz viele Tütchen aus Butterbrotpapier hin (das eignet sich gut, weil man durchsehen kann, was drin ist). Da kamen dann Dinge wie Gummibänder, Briefmarken und ein kleines Nähset rein. Zwei Extratütchen gab es auch – für all das Geschnipsel, das mir auf meiner Reise so unterkommt, insbesondere aber Tickets. Die Tüten habe ich zugehalten, indem ich sie zweimal gefaltet und mit Washitape zugeklebt habe.

Feddich!

Und Upcycling isses auch noch, sodass es auch prima in meine aktuelle Besessenheit reinpasst.