Neueste Beiträge

Viele bunte Kisten

Inspiriert von Andrea verwandle ich aktuell viele, viele Schuhkartons mit wunderschönem Papier, Kleber und etwas Masking Tape in ein Zuhause für all meine Erinnerungen und sonstigen Kleinkram. Aktuell habe ich da nämlich vier unglaublich vollgestopfte Ikea-Aufbewahrungsteile, bei denen der Deckel nicht mehr drauf passt und in denen ich nichts mehr finde. Jetzt werden es so acht bis elf Kartons, mal sehen, wie viel Geduld ich habe. Und in den Kartons findet man sogar was. Unfassbar.

Dafür findet man jetzt nirgendwo sonst in meinem Zimmer mehr etwas, weil ich in meinem Kreativrausch – naja, ihr könnt’s euch vorstellen. Nils nennt das die „ordentliche Erstverschlimmerung“ oder so.

Hier zu eurer Inspiration der Karton mit all den Briefen und Karten, die ich aufgehoben habe. (Jetzt auch grob nach Absender sortiert. Die Briefe von meiner Maman sind die allermeisten.)

Und heute habe ich mir einen wunderbaren Kleber dazu geholt, der nach Marzipan riecht, Coccoina. Kann das Basteln noch besser werden? Hach.

Jokertag

Weil heute der 29.2. ist und ich diesen Tag einfach wunderbar finde, gibt es die Erinnerungskiste heute mal am Mittwoch. Für meine beste Freundin und mich ist das hier nämlich der Jokertag. Und der will gefeiert werden. Deswegen zeige ich euch heute nämlich meine Jokersammlung (und meine Narrenschellen) und erzähle die Geschichte dazu.

Die Freundschaft mit meiner besten Freundin Sabine dauert jetzt schon seit knapp 9 Jahren, die meiste Zeit mit 700km zwischen uns. Zwar haben wir die gleiche Schule besucht, aber wir hatten irgendwie nie was miteinander zu tun. Erst mitten in der 13. Klasse kamen wir ins Gespräch, mit einer denkwürdigen Freistunde, die mit lautem Singen von Monty-Python-Songs endete und einer Demo gegen den Irakkrieg, bei der wir einfach nicht aus dem Reden rauskamen. Und so kam es, dass ich fast den kompletten Sommer zwischen Abi und Studium bei ihr verbrachte, mit langen Spaziergängen und nächtelangen Gesprächen, mit dem Versuch, die Welt zu verstehen, den Sinn des Lebens und die Männer. Nächtliche Ausflüge zum zweihundert Meter entfernten Schloss, Plünderungen der elterlichen Speisekammer und Gespräche, Gespräche, Gespräche. Es war einer der schönsten Sommer meines Lebens.

Und weil wir beide sehr gerne lesen, wurden auch Lieblingsbücher aneinander verliehen – beispielsweise Jostein Gaarders „Das Kartengeheimnis“, eine Geschichte in einer Geschichte in einer… – insgesamt sehr verschachtelt. In der Geschichte spielt die Figur des Jokers als Beobachter eine große Rolle, und das faszinierte uns beide, Sabine und mich. Auch sammelt eine Figur Joker – was mich dazu brachte, das auch zu machen. Es schien schier Schicksal (so wie mit 18 irgendwie alles Schicksal zu sein scheint), als mir irgendwann im Gespräch mit Sabine aus dem Bücherregal meiner Mutter ein Joker entgegen fiel. So wurde er in zwei Teile geschnitten. (Hast du deinen Teil noch, Bine?)

Diese Faszination mit dieser Figur hat dazu geführt, dass ich mittlerweile über hundert Joker habe, vielleicht auch 150. Viele davon habe ich einem anderen Sammler abgekauft, und viele habe ich auf Flohmärkten gefunden und einen ganzen Stapel in einem Laden in Adelaide. Das Ganze ging soweit, dass ich meine Bachelorarbeit über die Figur des weisen Narren in Shakespeares Spätwerk geschrieben habe. Diese Figur, die nie so ganz dazugehört und deswegen – oder auch trotzdem – die Welt viel klarer sieht als alle anderen. Einer, den keiner ernst nimmt, und der deswegen eine „Fool’s Licence“ hat. Einer, der immer wissen will und nie seinen Platz in der Welt findet.

Der 29.2. ist in diesem Buch der sogenannte Jokertag, und so war er für uns immer etwas ganz besonderes. Vor acht Jahren wurden Karten hin und her geschickt, und vor vier Jahren haben wir ein paar Tage miteinander verbracht und eine Flaschenpost verschickt. Dieses Jahr… wir werden sehen.

Die Freundschaft jedenfalls dauert noch immer, mit der großen Entfernung und auch mit unseren sehr vollen Leben, die dazu führen, dass wir wesentlich weniger telefonieren als früher. Aber wenn, dann kommen wir nicht aus dem Reden raus und halten uns nicht mit Smalltalk auf, dann geht’s gleich ans Eingemachte.

Liebe Bine, ich wünsche dir alles Liebe zum Jokertag. Schön, dass es dich gibt.

Alltagshelden, die zwanzigste

Jeden Dienstag aufs Neue Dinge, die mein Leben schöner machen, einfacher, genussvoller. Alltagshelden, die man sonst gerne mal übersieht. Nach einer Idee von Roboti.

Goldglitzernagellack. Für das bisschen Glamour im Alltag.

Meine Stoffschere.

Asiatische Reissnacks. Die Dinge machen süchtig.

Buenos Aires – Inception Park

Schöne Vorstellung, so eine Stadtrundfahrt in ner Achterbahn, finde ich. Und deswegen jetzt auch dieses Video. So beginnt die Woche doch richtig gut, finde ich.

Buenos Aires – Inception Park from Black Sheep Films on Vimeo.

Übrigens bei Dude Craft gefunden und gemacht von Black Sheep.

7 Sachen, die achtundzwanzigste

Jeden Sonntag aufs Neue: 7 Sachen, die ich mit meinen zwei Händen gemacht habe, egal, ob das 5 Minuten oder 5 Stunden gedauert hat. Die Idee dazu stammt von Frau Liebe.

In einigen meiner Röcke gewühlt und schließlich den grauen angezogen.

Mich geschminkt. (Heißt: Lidstrich und Mascara. Mehr mache ich fast nie.)

Mit meiner ehemaligen Theatergruppe gebruncht. Die Kombination aus einigen Lieblingsmenschen und richtig gutem Essen ist eine Sache, die ich täglich will.

Nach einem Verdauungsspaziergang die Drehtür vor meinem Haus geschoben,

Ein wenig an meinem Holzschnitt weitergemacht.

Zwiebeln gehackt.

Ganz fleißig an einer Hausarbeit gearbeitet.

Wochenrückblick 03/12

|Gesehen| Einiges an Improtheater, Tanztheater, Musik beim Inside Out. Viele, viele TED-Vorträge, beispielsweise von Alain de Botton und Elizabeth Gilbert. (Die Vorträge von Ken Robinson sind auch erste Sahne.)

|Gemacht| Ein Tetraedertäschchen. Einen Holzschnitt. Besticktes Holz.

|Gehört| „Wise Man’s Fear“ von Patrick Rothfuss. Last.fm. Einige Lieder aus dem Hair-Soundtrack, rauf und runter.

|Gelesen| Den Artikel, auf dem „Coyote Ugly“ basiert (geschrieben von Elizabeth Gilbert!)

|Getan| Die kleine Hausarbeit beinahe fast schon fertig geschrieben. Die Technik für einen Improtheater-Wettbewerb gefahren. (Ich find das so cool, das zu können.) Einen Liebesbrief für meinen Freund versteckt. Seine Pantoffeln geklaut.

|Gegessen| Marmorkuchen. Eine spontane Tomaten-Reis-Suppe. Großartige Blätterteigtaschen ausm Biosupermarkt nebenan. Rolo. Mortadella um ein Uhr morgens.

|Getrunken| Africola. Viel, viel Wasser. Kirschsaft. Bionade in Massen.

|Gefreut| Auf den morgigen Brunch mit meiner ehemaligen Improtheater-Gruppe, der schon seit Monaten geplant ist. Über mutmachende Postkarten von meiner Maman, die immer perfekt zur aktuellen Situation zu passen scheinen. Über viele kleine Schnacks mit guten Bekannten. Und darüber, dass ich den absolut besten Lernplatz von allen gefunden habe. Himmlisch leise. Heaven. Über ein Überraschungsbuchgeschenk von meinem Süßen. (Damit ich etwas innere Ruhe finde inmitten der Masterarbeitspanik.)

|Geärgert| Über die Klausurenzeit – bedeutet: überall laute Lerngruppen, auch an Einzelarbeitsplätzen. Nervt. (Bis auf wenige Orte.) Und dass ich ständig vergesse, mir leere Schuhkartons aus der Stadt zu holen, für viele schöne Kisten wie diese hier.

|Gelacht| Über Videos über das damals umgefallene Tor in Madrid. Ganz große Moderationskunst. Über eine tolle Infografik, die Ellen mir gezeigt hat.

|Geplant| Meine mündliche Abschlussprüfung am 30.4. – das wird spannend! (30 Minuten lang Verteidigung meiner Masterarbeit sowie 30 Minuten über das, was ich über englischsprachige Literatur weiß.)

|Geträumt| Von der Zeit nach der Masterarbeit. (Es gibt ein Leben danach, ich weiß es ganz sicher!)

|Gekauft| Zwei gebrauchte Bände Calvin & Hobbes. „Tales of the City“ von Armistead Maupin, auch gebraucht.

|Gewünscht| Ein Eichhörnchen als Haustier. Immer noch das wunderbare Papier von Luiban. Nächsten Monat gibt’s das. Und diese wunderschönen Teppiche aus Marokko.

|Geklickt| Die Demoversion von Pflanzen gegen Zombies.

(Original Wochenrückblick: bei Fräulein Julia)

The Nicest Place on the Internet

Für den Fall, dass ihr diese wunder-, wunder-, wuuundervolle Website noch nicht kennt. Ich kann mir diese Seite stundenlang ansehen. Einfach da sitzen und mich freuen.

Der netteste Ort des Internets.

Und hier ein kurzes Video mit ein paar wenigen Ausschnitten der Seite. Hach.

Ich glaube, ich muss auch mal ein oder zwei oder siebzehn Videos aufnehmen.

(Wusstet ihr übrigens, dass ich schon zweimal Kuschelseminare geleitet habe?)

Posting in English?

As I surf the net and discover blogs that are from many different countries I can’t help wondering whether I should start blogging in English. If all the Russian blogs were in Russian, the ones from Spain and South America were in Spanish I wouldn’t be able to read those, so I’m always grateful for people blogging in English.

What do you think about that? I’d be very curious to hear you thoughts.

autumn story

Bevor ich Lehrerin werde, muss ich dringend noch an meiner Tafelschrift üben. Die ist furchtbar krakelig und widerspricht meinem eigenen Sinn für Ästhetik. Brrr… Und dann werde ich irgendwann die allerschönsten Tafelbilder machen, die einfach so toll aussehen, dass die unregelmäßigen Verben und binomischen Formeln den Schülern einfach ins Gehirn springen. So.

Aber bevor es soweit ist, schauen wir jetzt alle mal dieses Video an und verlieren uns in den gezeigten Bildern. Okay? (Es ist ausdrücklich erlaubt, das Video schön eingekuschelt mit dem Lieblingsheißgetränk zu schauen, und zwar auf Repeat.)

Das Video ist übrigens von den Firekites, und entdeckt habe ich es vor einigen Wochen bei Going Home to Roost.

Eine metallene Auflaufform

Jeden Donnerstag wieder ein Gegenstand und die Erinnerungen, die ich damit verbinde. Heute: Eine metallene Auflaufform.

2004 zog ich nach Oldenburg, nachdem ich vorher ein Jahr lang in Emden gelebt und dort Sozialarbeit studiert und wieder abgebrochen hatte. In den Norden aber hatte ich mich verliebt und wollte hier bleiben, also wurde es Oldenburg. Dazu musste ich aus meiner wunderbaren WG in Emden ausziehen und mir in Oldenburg was neues suchen, klar. Wer von euch schon mal ne WG gesucht hat, weiß, wie unfassbar anstrengend das ist – man läuft im Grunde von Casting zu Casting, muss Fragen beantworten und sich gleichzeitig selber fragen, ob Wohnung und Mitbewohner denn zu einem selbst passen. Zimmergröße, Preis, Wohnungslage, Mitbewohner, Sauberkeitsbedürfnis, Ruhebedürfnis, Sozialbedürfnis – alles muss passen. Ein richtig gutes WG-Zimmer mit entsprechenden Mitbewohnern ist ein Hauptgewinn. Und noch ein Gesetz: Man findet immer erst etwas, wenn man den Hals gestrichen voll hat mit Suchen.

So war’s auch bei mir und ich zog ein, zu drei Mitbewohnern und zwei Katzen (was bald zu nur zwei Mitbewohnern wurde, nur Jungs) in einem eher fragwürdigen Viertel Oldenburgs und blieb für zweieinviertel Jahre. Es war – wie alle echten WGs – eine schräge Angelegenheit. Da kommen mehrere Leute mit ihren Schrullen zusammen und müssen miteinander auskommen, und gerade weil so ein Zuhause ja auch ein Rückzugsort ist, will man sich nicht verstellen müssen.

Es folgen ein paar besonders schräge Situationen, bei denen ich immer noch grinsen muss, wenn ich dran denke.

Wie eines nachts eine gute Freundin bei mir pennte, wir seit Stunden im Bett lagen und redeten und redeten – und plötzlich mein etwas korpulenterer Mitbewohner nur mit einem Handtuch begleitet durch mein Zimmer tappte. Von meinem Zimmer aus ging’s auf den Balkon, und Klopfen ist für Anfänger. Er lief irgendwie öfter halbnackt durch mein Zimmer, ich bin nicht nur einmal davon aufgewacht. Und ich hab jedes Mal tierisch drüber gelacht.

Die WG-Party, auf der ich meine erste große Liebe traf und er mich vollkommen umgehauen hat.

Die Tatsache, dass besagter Mitbewohner im Wohnzimmer ein Mini-Raclette-Gerät stehen hatte, mit nur zwei Pfännchen. Falls man mal beim DVD gucken spontan das Bedürfnis nach geschmolzenem Käse hat. Klar.

Die Wandfarbe der Küche: Knallgelb, mit vielen knallroten Tupfen. Die Legende ging, dass irgendwann irgendwer sehr betrunken beschloss, die Küche zu streichen.

Playstationorgien – die zwei Jungs, die nächtelang Konsole spielten, wirklich nächtelang. Und die Spiele wurden wirklich ausgereizt. Zuerst gab es monatelang ein Rennspiel, dann monatelang Giana Sister und dann monatelang Golf. Und ich schaute wie hypnotisiert zu. Stundenlang.

Ein besonders knappes Monatsende, wo wir alle so pleite waren, dass wir zusammen noch nen Euro hatten. Eine gute Freundin bekam das mit und brachte tütenweise Essen für uns. Und das Festmahl, das daraus wurde.

Der Aftershaveduft, der ankündigte, dass ein Mitbewohner feiern gehen wollte.

Prilblumen, überall in der Wohnung.

Die Wand zwischen meinem Zimmer und dem Gemeinschaftsraum, die nur aus einer überstrichenen Glasscheibe und einer Lage Styropor bestand. Ich konnte teilweise nächtelang nicht schlafen, weil meine Mitbewohner „Mensch ärger dich nicht“ spielten und der Würfel so laut war. Ernsthaft.

Die Kunst des Fertigpizzen-Tunens. Schließlich kann man eine Tiefkühlpizza nicht einfach so essen. Stattdessen muss man noch ordentlich Käse und Gewürze drauf machen. Viel Käse. Viele Gewürze.

Die Senfphase einer Freundin und mir: Wie wir an zwei Abenden mit der WG da saßen und zu zweit ein Gurkenglas voller Honigsenfsauce löffelten. Allen anderen wurde schlecht vom Anblick, aber wir fanden’s lustig.

Das gegenseitige Abhören vor mündlichen Prüfungen – wie ich mit einem der Jungs auf dem Balkon saß, ihm von Kant erzählte und er mir von C.G. Jung.

Am Ende haben wir uns dann aus den verschiedensten Gründen unrettbar zerstritten – aber wenigstens kann ich sagen, dass ich in sehr, sehr schrägen WGs gelebt habe. (Das hier war die drittschrägste.) Meine Enkel werden mal ihren Spaß an den Anekdoten haben.

Achso, und die Auflaufform? Davon waren zwei in der Küche, die wir ständig benutzten, die waren auch bestimmt schon so lange in der Wohnung wie es die WG gab. Irgendwann hab ich zwei neue gekauft, aber so toll wie die alten war keine andere. Also habe ich eine alte mitgenommen und eine neue dagelassen, als ich gegangen bin. Aus Sentimentalität und um leckerer Aufläufe Willen.

Vielleicht demnächst mal mehr zu einer anderen, noch schrägeren WG. (Ich habe übrigens, wenn man Australien mitrechnet, in sechs WGs gelebt, alles zwischen einem und vier Mitbewohnern war dabei.)


RSS Feed. Dieses Blog läuft mit Wordpress und basiert auf Modern Clix, einem Theme von Rodrigo Galindez.